Friedmann-Wolf, Sonja: Im roten Eis.

Friedmann-Wolf, Sonja:
Im roten Eis.
Schicksalswege meiner Familie. 1933-1958.
Herausgegeben von Müller, Reinhard; Way, Ingo.

Gebunden, 460 Seiten mit 39 Abbildungen, 12,5 x 21,5 cm, 586 gr, in deutscher Sprache.
2013 Aufbau-Verlag.
ISBN 978-3-351-03538-9

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Zum Inhalt:
Berlin - Moskau - Gulag - Vilnius - Tel Aviv
Sonja Friedmann-Wolf schildert die Gewalt des Terrors aus der Perspektive des Mädchens bzw. der traumatisierten Frau. Ihre Eltern, Ärzte, Juden und Kommunisten, mussten vor den Nazis fliehen. 1934 kamen sie mit den beiden Kindern nach Moskau, wo der Vater 1938 als angeblicher "trotzkistischer Gestapospion" zum Tode verurteilt wurde. Die Mutter beging 1940 Selbstmord. Sonja war mit 17 Jahren alkoholabhängig und NKWD-Informantin. Als sie sich ihrer eigenen Verstrickung in das stalinistische System voll bewusst wurde, wollte sie sich umbringen, der Bruder rettete sie. Beide wurden 1941 nach Kasachstan deportiert. Die Ehe mit dem litauischen Zionisten Israel Friedmann erleichterte Sonjas zeitweise den Alltag in der Verbannung. Im Oktober 1944 brachte sie die Tochter Ester zur Welt. Ihr Dasein im Lager beschreibt Sonja ebenso rückhaltlos wie ihre Krisen im Jahrzehnt nach der Rückkehr in "normale Verhältnisse". Trotz Krankheiten und neuer Nachstellungen des NKWD betrieb sie die Rehabilitierung ihres Vaters und die Ausreise (ab 1956). Lion Feuchtwanger, der sich beim sowjetischen Generalstaatsanwalt für ihren verhafteten Vater eingesetzt hatte, wurde für Sonja noch einmal zum "Rettungsanker". In den Briefen, die sie an den Schriftsteller bis zu seinem Tod im Dezember 1958 richtete, skizziert sie den Auftakt ihrer Erinnerungen.
Eine bewegende Familiengeschichte zwischen Berlin, Moskau und Tel Aviv, wie sie nur das 20. Jahrhundert prägen konnte.

Zum Autor:
Sonja Friedmann-Wolf, geb. 1923 in Berlin, 1933 mit ihren Eltern Lothar und Martha Ruben-Wolf und dem Bruder Walter über Lugano und Paris nach Moskau emigriert. Seit 1940 Vollwaise, 1941 nach Kasachstan deportiert, dort 1942 Heirat mit dem litauischen Juden Israel Friedmann, 1944 Geburt der Tochter, erst 1948 mit Mann und Tochter in Vilnius vereint. 1958 nach Ostberlin aus- und nach Israel eingereist. 1963 Abschluss des Manuskripts, nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes im Februar 1972 Ausbildung zur medizinischen Fußpflegerin in Deutschland. 1974 eröffnete sie ihre eigene Praxis in Tel Aviv. 1986 Selbstmord.
Reinhard Müller, geboren 1944, ist Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich "Theorie und Geschichte der Gewalt" sowie Mitglied der Gesellschaft für Exilforschung.
Ingo Way, geboren 1974, Literaturwissenschaftler und Publizist, ist seit 2006 Redakteur der "Jüdischen Allgemeinen", schrieb zahlreiche Beiträge für Zeitungen und Zeitschriften über deutsch-jüdische Kultur und die israelische Gesellschaft.