Wohlleben, Peter:
Holzrausch.
Der Bioenergieboom und seine Folgen.

Kartoniert, 159 Seiten, 21,1 x 14,4 cm, 229 gr, in deutscher Sprache.
2008 adatia.
ISBN 978-3-940461-03-2

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Zum Inhalt:
Bioenergie boomt. Ob als Pellets, Biodiesel oder Biogas, die Nachfrage nach Energie aus Biomasse steigt und steigt. Nicht zuletzt des Klimas wegen, wird den sympathischen Energieträgern doch eine ausgewogene Ökobilanz nachgesagt. Und politische Zielvorgaben, Förderprogramme sowie der steigende Ölpreis heizen die grüne Goldgräberstimmung weiter an. Doch welche Folgen hat die steigende Nachfrage für Wälder, Felder, Wiesen? Tritt der Anbau von Energiepflanzen auf begrenzt vorhandenen Flächen nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion, wie die jüngsten Meldungen über steigende Lebensmittelpreise nahelegen? Und bedeutet nicht jede Neugewinnung fruchtbarer Böden die Rodung von Wäldern, sei es am Amazonas oder in Indonesien? Wie positiv ist die Klimabilanz wirklich und welche Auswirkungen sind für Artenvielfalt und Naturschutz zu befürchten? Ist Bioenergie wirklich eine Alternative zu fossilen Brennstoffen und Atomenergie, oder kann sie bestenfalls eine Ergänzung sein? Ausgehend vom Trend hin zu vermeintlich umweltfreundlichen Energie- und Wärmequellen, der mit Kaminöfen und Pelletheizungen in unseren Häusern beginnt, schlägt der Förster und Autor Peter Wohlleben eine Schneise in das Dickicht von Für und Wider der Bioenergie. Seit Langem beobachtet er die Veränderungen, die die mitteleuropäischen Wälder angesichts einer Branche im Holzrausch erleben. Doch sein Blick reicht - buchstäblich - weit über den Tellerrand. Das Dilemma von "Tank oder Teller?" ist in Nordamerika ebenso zu Hause wie in den Schwellenund Entwicklungsländern. Und seine Bilanz ist eindeutig: Bioenergie kann die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Schlimmer noch; durch das kollektiv beruhigte "grüne Gewissen" leistet sie einem weiterhin ungebremsten Energieverbrauch Vorschub und fördert damit Umweltzerstörung und Hunger.

Autor(en):
Peter Wohlleben, geboren 1964, studierte an der Fachhochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg am Neckar und arbeitete 23 Jahre in der Landesforstverwaltung Rheinland-Pfalz. 2006 gab er seine Stelle auf und übernahm als Förster ein 1200 Hektar großes Waldgebiet in der Eifel. Dort setzt er seine Vorstellungen von einem ökologisch wie ökonomisch vertretbaren Naturschutz erfolgreich um. Nebenbei entdeckte er seine Lust am Schreiben.